Eindrücke unserer Freiwilligen von ihrer selbstgestalteten Fahrt

Ein Beitrag von Pia und Gunda

Ende März ging es für uns Freiwillige zu einer weiteren Seminarfahrt im Rahmen unseres Freiwilligen Jahres Beteiligung. Nach zahlreichen einzelnen Bildungstagen in Potsdam und einer tollen Fahrt nach Tornow, an die wir uns gerne zurückerinnern, durften wir diesmal drei Tage in der Jugendbildungsstätte Blossin verbringen. Das Besondere an dieser Fahrt: sie wurde von uns FJB’ler_innen eigenständig organisiert und durchgeführt. Der Kontakt mit dem Seminarhaus, die inhaltliche Planung, die Moderation, die Snacks und die Dokumentation unserer Arbeit – alles lag in unserer Hand. Eine tolle Möglichkeit, eigene Ideen einzubringen und die eigenen Fähigkeiten in der Projektplanung zu testen.

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Gleich am Montag stiegen wir nach einer kurzen Ankommen-Mittagessen-Orgakram-Phase mit einem Workshop zum Thema Visualisierung ein. Unserer Referent Salifu von „mehr als lernen“ ermunterte uns – ganz nach dem Motto „Um ein Leben voller Kreativität zu leben, müssen wir unsere Angst vor dem Versagen ablegen.“ (Joseph Pierce) – einfach loszulegen und uns auszuprobieren. Mit einfachen Techniken, klaren Linien und dem Hilfsbüchlein „Bikablo“ hatte am Ende des Workshops jede_r von uns Freiwilligen ein Flipchart zu verschiedenen Themen, wie zum Beispiel „Mein Wochenende“, gestaltet.

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Am Nachmittag sahen wir gemeinsam das Drama „Die Kriegerin“ (2011), in dem es um die Neonaziszene und besonders eine Aktivistin ging. Der Film sollte uns inhaltlich auf das Thema „Rassismus“ einstimmen, dem wir uns am nächsten Tag widmen wollten.

Der Tag endete dann, trotz des düsteren Films, sehr gesellig und lustig, da zum „Teamabend“ viele bekannte Gesichter aus dem FJB-Team angereist waren. Wir spielten – mal mehr, mal weniger erfolgreich – Pantomime (Esoteriker_in und Orca-Sperma-Verkäufer_in sind wirklich schwierig darzustellen) und „Kontakt“. Um 22:00 Uhr wurden wir vom Sicherheitspersonal mit den Worten: „Jetzt aber piano!“ aus unserem Seminarraum hinauskomplimentiert. Aber um einen Haufen aufgedrehte Freiwillige abzuschrecken, braucht es schon ein wenig mehr als das und so ließen wir den Abend draußen, fröstelnd aber glücklich, bei einer Runde „CNinja“ ausklingen.

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Der nächste Tag begann sehr früh am Morgen, aber zum Glück blieb nach dem Früher-Vogel-Frühstück noch ein wenig Zeit, die müden Augen auszuruhen. Nicht ganz pünktlich starteten wir dann um 09:45 Uhr in den neuen Seminartag und ließen als Erstes den Film Revue passieren. Im Anschluss bereiteten wir in Gruppen eigenständig Mini-Workshops zu Themenkomplexen aus dem weiten Feld des „Rassismus“ vor. Wir tauschten uns über türkischen Nationalismus in Deutschland, „White Privilege“, Rassismus in Spendenwerbung und Schwarzen Humor aus. Alle haben an diesem Tag etwas Neues dazugelernt und ihren Blick für den alltäglichen Rassismus geschärft.

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Die Abendaktivitäten gestalteten sich individuell. Wegen des eher feuchtkalten Wetters trafen sich Viele in ihren Zimmern, Einige nahmen sich die Zeit um den Proben eines Jugendorchesters zu lauschen, das gerade auch in Blossin weilte. Manche von uns trotzten dem Wetter und wagten weitere Runden Ninja, Kontakt und King Elephant. Das einzige, das die Stimmung an diesem Abend trübte war der Verlust eines mitgebrachten Kastens mit „20 kleinen Freunden“.

Für den letzten Seminartag hatte das Inhaltsteam einen Jahresrückblick vorbereitet, in dem wir und noch mal jeden einzelnen Bildungstag der vergangenen sieben Monate ins Gedächtnis riefen. Außerdem machten wir uns Gedanken über unsere Pläne nach dem Freiwilligendienst und wendeten gleich unsere neu gewonnen Visualisierungsfähigkeiten an, um diese Pläne unter dem schönen Titel „Wat’n Jezze?“ auf Papier zu bringen. Ein Gruppenfoto und Feedback zur Fahrt durften zum Abschluss nicht fehlen. Dann blieb es nur noch, die Koffer zu packen, im Seminarraum klar Schiff zu machen und auf den Bus in die Heimat zu warten.

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Die drei Tage unserer Selbstgestalteten Fahrt gingen wie im Flug vorüber! Wir haben gelacht, waren ernst, albern, müde und aufgedreht, haben wie angreifende Ninja geschrien (obwohl die sich ja eigentlich lautlos bewegen…), waren Anker und Angelhaken, Teilnehmende und Veranstaltende zugleich und haben gemerkt, wie viel Arbeit es ist, so eine Fahrt zu organisieren! Danke für die tolle Zeit! Und für das Feedback, bei dem schließlich rauskam, dass wir unsere Gruppe sehr sehr lieb haben.